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Dachausbau: Vorsicht Altlasten

Wer unbeeinträchtigt von Altlasten sein Dachgeschoss ausbauen will, sollte sich vor dem Umbau Gedanken machen. natureplus, der internationale Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen, gibt dazu wichtige Hinweise.

Zu einem gelungenen Dachausbau gehören wohngesunde Materialien

Wer unbeeinträchtigt von Altlasten sein Dachgeschoss ausbauen will, sollte sich vor dem Umbau Gedanken machen. natureplus, der internationale Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen, gibt dazu wichtige Hinweise.

Angesichts stetig steigender Grundstückspreise und einer teilweise schlechten Infrastruktur in Neubaugebieten oder ländlichen Gemeinden entdecken immer mehr Bauwillige das Grundstück zum Nulltarif, die Wohnraumreserve unter dem Dach. So kommt eine junge Familie – beispielsweise im Haus der Eltern – preisgünstig zu Wohneigentum, das zudem in einer gewachsenen Umgebung liegt. Häufig erlaubt der Bebauungsplan sogar eine Aufstockung des Gebäudes oder zumindest ein Anheben des Kniestocks bei schwach geneigten Dächern. Konflikte zwischen den Generationen verhindert ein getrennter Zugang.

Um sich unter schrägen Wänden richtig wohl zu fühlen, kommt es vor allem auf die richtige Architektur und die verwendeten Materialien an. Dass der Wohnraum sich meist nach oben zeltartig verengt, stört noch die Wenigsten. Auch mit der geringeren Stellflächen für Schränke  arrangieren sich die Meisten.
Unakzeptabel sind allerdings gesundheitsschädliche Gifte in der bestehenden Bausubstanz. Denn nicht selten finden sich auf alten Dachböden ungesunde Materialien, die lokalisiert, nach Möglichkeit entfernt und durch gesunde Baustoffe ersetzt werden müssen. Darauf weist der Verein natureplus hin, der sich dem gesunden und umweltverträglichen Bauen verschrieben hat.

Eine der Sünden der Vergangenheit sind Holzschutzmittel, mit denen früher die Dachsparren gegen Fäulnis und Holzwürmer behandelt wurden. Aus ihnen können auch heute noch Nervengifte wie Lindan oder PCP ausgasen. Ähnliches gilt für innen angebrachte Holzverkleidungen aus den 1970er Jahren.
Vorhandene Dachdämmungen sind nicht nur ungenügend dimensioniert, sondern bestehen häufig  aus alten Mineralfasern, die noch nicht biolöslich waren und deshalb nur unter Beachtung zahlreicher Sicherheitsvorkehrungen von Fachfirmen entfernt werden dürfen. Ausgebaute Dachböden beherbergen zudem häufig Spanplatten, die auch Jahrzehnte nach ihrem Einbau viel zu viel Formaldehyd absondern können und damit empfindlichen Bewohnern erheblich zusetzen können. Und nicht zuletzt finden sich auf und unterm Dach Eindeckungen und Schornsteinverkleidungen aus asbesthaltigem Faserzement.

Ob man solche belasteten Materialien einfach entfernen kann, wo man sie belassen und isolieren muss und wie Altlasten saniert werden – diese Fragen kann nur ein Fachmann beantworten. Vor allem bei Bauten aus den 1960er und 1970er Jahren empfiehlt natureplus deshalb, eine Analyse und einen Sanierungsplan von einem baubiologisch ausgebildeten Fachmann erarbeiten zu lassen. Um künftig belastete Materialien zu vermeiden und ein gutes Raumklima zu bekommen, rät der Verein zu Produkten mit dem natureplus®-Qualitätszeichen. Diese sind umfassend auf Schadstoffe und Umweltauswirkungen getestet.

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